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Scheidungskosten Deutschland

Zahlen, Fakten und Informationen von Rechtsanwalt Reinhard Scholz

Eine Scheidung ist nicht nur eine persönliche und rechtliche Veränderung, sondern auch mit Kosten verbunden. Wie hoch diese Kosten tatsächlich ausfallen, lässt sich jedoch nicht mit einem einzigen Pauschalbetrag beantworten.

Die Kosten eines Scheidungsverfahrens richten sich insbesondere nach dem sogenannten Verfahrenswert. Dieser wird vom Familiengericht festgesetzt und bildet die Grundlage für die Berechnung der Gerichts- und Anwaltsgebühren. Einkommen, Vermögen, Versorgungsausgleich und weitere Umstände können dabei eine Rolle spielen.

Scheidungskosten Deutschland bietet einen sachlichen Überblick über die Kosten einer Scheidung in Deutschland. Ziel dieses Informationsportals ist es, Kostenstrukturen verständlich darzustellen, Berechnungen nachvollziehbar zu machen und typische Kostenbeispiele zu zeigen.

Was kostet eine Scheidung?

Die Kosten einer Scheidung setzen sich im Wesentlichen aus zwei Bereichen zusammen:

  • den Gerichtskosten
  • den Anwaltskosten

Für das Scheidungsverfahren besteht grundsätzlich Anwaltszwang. Der Scheidungsantrag muss daher durch einen Rechtsanwalt beim Familiengericht eingereicht werden.

Wie hoch die Gebühren sind, hängt vom jeweiligen Verfahrenswert ab. Deshalb kann eine Scheidung bei unterschiedlichen Familien durchaus unterschiedlich teuer sein, selbst wenn das eigentliche Scheidungsverfahren ähnlich abläuft.

Ein pauschaler Betrag wie „Eine Scheidung kostet 2.000 Euro“ ist deshalb regelmäßig nicht aussagekräftig.

Wovon hängen die Scheidungskosten ab?

Für die Berechnung spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Besonders wichtig sind:

Das Einkommen

Bei der Ermittlung des Verfahrenswerts für die Scheidung wird grundsätzlich das Einkommen der Ehegatten berücksichtigt. Dabei kommt es nicht ausschließlich auf das Einkommen eines einzelnen Ehepartners an.

Der Versorgungsausgleich

Wird im Scheidungsverfahren ein Versorgungsausgleich durchgeführt, kann sich der Verfahrenswert erhöhen. Dabei werden insbesondere die während der Ehe erworbenen Versorgungsanrechte berücksichtigt.

Weitere Folgesachen

Werden neben der eigentlichen Scheidung weitere Familiensachen gerichtlich behandelt, können dadurch zusätzliche Verfahrenswerte und damit zusätzliche Kosten entstehen.

Das Vermögen

Unter bestimmten Voraussetzungen kann auch das Vermögen der Ehegatten bei der Festsetzung des Verfahrenswerts berücksichtigt werden.

Verfahrenswert und Scheidungskosten

Der Begriff Verfahrenswert ist für das Verständnis der Scheidungskosten besonders wichtig.

Der Verfahrenswert ist nicht einfach der Betrag, den eine Scheidung kostet. Er dient vielmehr als Berechnungsgrundlage für die gesetzlichen Gebühren.

Ausgehend vom festgesetzten Verfahrenswert werden die jeweiligen Gebühren nach den gesetzlichen Gebührentabellen bestimmt.

Deshalb sollte man zwischen folgenden Begriffen unterscheiden:

Verfahrenswert ≠ Scheidungskosten

Der Verfahrenswert ist eine Berechnungsgröße. Die tatsächlich zu zahlenden Gerichts- und Anwaltsgebühren ergeben sich daraus anhand der jeweils geltenden gesetzlichen Gebührenregelungen.

Beispiele für Scheidungskosten

Um die Kosten verständlicher zu machen, werden auf diesem Portal konkrete Rechenbeispiele dargestellt.

Dabei können beispielsweise folgende Fälle miteinander verglichen werden:

  • Scheidung bei unterschiedlichem Einkommen
  • Scheidung mit und ohne Versorgungsausgleich
  • Scheidung mit einem beteiligten Anwalt
  • Scheidung mit zwei Anwälten
  • unterschiedliche Verfahrenswerte
  • zusätzliche Folgesachen
  • Fälle mit oder ohne Anspruch auf Verfahrenskostenhilfe

Die Beispiele sollen dabei nicht den Eindruck erwecken, dass jeder Scheidungsfall exakt nach diesem Muster berechnet werden kann. Sie dienen dazu, die Systematik der Kostenberechnung nachvollziehbar zu machen.

Können Scheidungskosten reduziert werden?

Die Höhe der Kosten kann sich insbesondere dadurch unterscheiden, ob die Ehegatten sich über die wesentlichen Folgen der Trennung und Scheidung einig sind.

Eine einvernehmliche Scheidung kann unter bestimmten Voraussetzungen zu einem geringeren Aufwand führen als ein umfangreiches streitiges Verfahren. Auch die Frage, ob ein oder zwei Rechtsanwälte beteiligt sind, kann für die Gesamtkosten relevant sein.

Allerdings sollte nicht allein der Wunsch nach möglichst niedrigen Kosten entscheidend sein. Bei Unterhalt, Vermögen, Immobilien, Versorgungsausgleich oder anderen Folgesachen kann eine sorgfältige rechtliche Prüfung erhebliche Bedeutung haben.

Verfahrenskostenhilfe

Wer die Kosten eines gerichtlichen Verfahrens aufgrund seiner persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse nicht oder nur teilweise aufbringen kann, kann unter bestimmten Voraussetzungen Verfahrenskostenhilfe beantragen.

Ob die Voraussetzungen erfüllt sind, hängt vom jeweiligen Einzelfall ab. Neben den wirtschaftlichen Voraussetzungen wird auch geprüft, ob die beabsichtigte Rechtsverfolgung hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet und nicht mutwillig erscheint.

Scheidungskosten sind gesetzlich geregelt

Ein wesentlicher Unterschied zu vielen anderen Dienstleistungen besteht darin, dass die Kosten eines gerichtlichen Scheidungsverfahrens nicht frei zwischen Anwalt und Mandant ausgehandelt werden.

Die maßgeblichen Gebühren ergeben sich insbesondere aus dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) und dem Gerichtskostengesetz (GKG) sowie den dazugehörigen Gebührentabellen.

Für die Kostenberechnung ist deshalb immer der jeweils aktuelle Rechtsstand maßgeblich.

Aktuelle Informationen zu Scheidungskosten

Die gesetzlichen Gebühren und rechtlichen Rahmenbedingungen können sich verändern. Deshalb werden die Informationen auf diesem Portal regelmäßig überprüft und an Änderungen der gesetzlichen Grundlagen angepasst.

Bei Zahlen, Tabellen und Rechenbeispielen wird jeweils angegeben, auf welchen Stand sich die Angaben beziehen.

Über dieses Informationsportal

Scheidungskosten Deutschland ist ein unabhängiges Informationsangebot zu den Kosten eines Scheidungsverfahrens in Deutschland.

Fachlich verantwortlich für die Inhalte ist:

Reinhard Scholz, Rechtsanwalt

Die Inhalte sollen eine verständliche Orientierung bieten und die Systematik der Scheidungskosten erklären. Sie ersetzen keine individuelle rechtliche Beratung, da die konkrete Kostenhöhe immer von den Umständen des jeweiligen Falls abhängt.

Auf den folgenden Seiten werden einzelne Aspekte der Scheidungskosten detaillierter dargestellt – darunter Verfahrenswert, Gerichtsgebühren, Anwaltskosten, Versorgungsausgleich, Verfahrenskostenhilfe und konkrete Kostenbeispiele.

Scheidungskosten transparent verstehen

Wer die Kosten einer Scheidung einschätzen möchte, sollte deshalb nicht nur nach einem einzelnen Gesamtbetrag suchen. Entscheidend ist, wie sich die Kosten zusammensetzen und welche Faktoren ihre Höhe bestimmen.

Dieses Portal soll genau dabei helfen: mit nachvollziehbaren Berechnungen, aktuellen gesetzlichen Grundlagen, konkreten Beispielen und möglichst objektiven Informationen zu den Kosten einer Scheidung in Deutschland.